BiKoBlog: Die Stipendieninitiative in der Retrospektive

Eine Carte Blanche von Josef Stocker

Auch wenn das Volk sich am 14. Juni gegen die vom Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) vorgeschlagene Lösung für ein gerechtes Stipendiensystem ausgesprochen hat, stellt die Stipendieninitiative alles in allem trotzdem einen Erfolg dar. Mit der Stipendieninitiative hat es der VSS geschafft, ein Thema in den Fokus des politischen Diskurs zu bringen, das bisher eher ein Nischendasein gefristet hatte. Durch die Initiative wurden das Parlament und die Kantone gezwungen, sich mit den Ungerechtigkeiten der enormen willkürlichen Differenzen zwischen den Kantonen im Schweizer Stipendienwesens zu befassen. Als Folge davon sind bereits viele Kantone dem freiwilligen Stipendienkonkordat beigetreten oder haben ihren Beitritt beschlossen. Somit haben sie sich bereit erklärt, einen Teil der Forderungen der Initiative freiwillig umzusetzen. Das Parlament hat im indirekten Gegenvorschlag, auch wenn dieser in vielen Punkten zu wenig weit geht, einen grossen Teil des Konkordats für alle Kantone verbindlich gemacht. Mehrere Kantone haben ihr Stipendienwesen als Folge der Initiative bereits selbständig reformiert oder, wie der Kanton Aargau, eine Reform in Aussicht gestellt.

Die Kantone stehen in der Pflicht

Im Abstimmungskampf haben sich bürgerliche Politiker_innen aller Parteien und Bundesrat Schneider-Ammann wiederholt zum Stipendienkonkordat bekannt und beteuert, dass durch das Konkordat die Ziele der Stipendieninitiative bereits erfüllt würden. Das Volk ist am 14. Juni mehrheitlich ihrer Argumentation gefolgt und hat sich für diesen Weg der Harmonisierung entschieden. Der Ball liegt nun bei der bürgerlichen Parlamentsmehrheit und den Kantonen: Einerseits muss darauf hin gearbeitet werden, dass auch die acht Kantone, die dem Konkordat bisher nicht beigetreten sind, dies nachholen. Falls das nicht geschieht, muss diskutiert werden, wie der etwas zahnlose indirekte Gegenvorschlag, für den sich das Volk am 14. Juni entschieden hat, verschärft werden kann.

Andererseits muss darauf geachtet werden, dass das Stipendienkonkordat nun so umgesetzt wird, wie es eigentlich vorgesehen ist. In ihrer Ausgangsargumentation zum Stipendienkonkordat hat sich die Interkantonale Stipendienkonferenz (Fachgremium der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren) klar dafür ausgesprochen, dass der Bezüger_innenkreis auf 15%-20% der Personen in tertiärer Ausbildung erweitert werden muss, damit Chancengerechtigkeit im höheren Bildungswesen erreicht werden kann. Umsetzungen des Konkordats wie im Kanton Luzern, wo der Bezüger_innenkreis gar um einen Drittel verkleinert wurde, müssen deshalb unbedingt verhindert werden. Denn sie widersprechen klar der Vorgabe, welche dem Konkordat zugrunde liegt.
Weiter muss darüber nachgedacht werden, den, im Konkordat festgeschriebenen, Minimalbetrag von derzeit CHF 16’000 zu erhöhen. Ist es jemandem nicht möglich, neben der Ausbildung zu arbeiten, und kann diese Person nicht auf Unterstützung ihrer Eltern zählen, so stellen die Ausbildungsbeiträge die einzige Einnahmequelle dar und müssen deshalb sowohl für den Lebensunterhalt als auch für die Ausbildungskosten reichen. Angesichts des Schweizer Preisniveaus ist stark zu bezweifeln, dass hierfür CHF 16’000 genügen – egal in welchem Kanton.

Diskriminierung der höheren Berufsausbildung nach wie vor ungelöst

Ein Aspekt der Stipendieninitiative, der leider in der öffentlichen Berichterstattung kaum Beachtung fand, ist, dass sie zugleich eine Gleichbehandlung der höheren Berufsbildung gefordert hat. In den meisten Kantonen ist es derzeit so, dass im Stipendienwesen die höhere Berufsbildung massiv gegenüber der Ausbildung an einer Universität oder Fachhochschule diskriminiert wird. Personen, die sich nach einer Berufslehre an einer höheren Fachschule weiterbilden, haben in den meisten Kantonen ungeachtet ihrer finanziellen Situation einen viel geringeren Anspruch auf Ausbildungsbeiträge als Studierende, die nach dem Gymnasium eine Universität oder eine Fachhochschule besuchen. Hinzu kommt, dass die Ausbildungen an höheren Fachschulen teuerer sind und schnell mehrere tausend Franken kosten können. Diese Ungleichbehandlung hat zur Folge, dass viele junge Berufsleute nicht die Ausbildung machen können, die sie wollen und für die sie qualifiziert wären. Nachdem die Stipendieninitiative vom Volk abgelehnt wurde, bleibt dieses Problem weiterhin ungelöst.

Grossprojekt der Schweizer Studierendenschaften

Was nicht vergessen werden sollte: Die Stipendieninitiative stellte für die Schweizer Studierendenschaft ein Grossprojekt dar. Die Lancierung einer Volksinitiative ist ein nicht zu unterschätzender Aufwand. Dass der VSS als eher kleiner Verband es geschafft hat, eine Volksinitiative zur Abstimmung zu bringen und eine Kampagne zu führen, ist eine Leistung, die nicht unterschätzt werden sollte. Der VSS hat damit bewiesen, dass er die nötigen Unterschriften für eine Initiative oder ein Referendum zusammen bringt und deshalb in der nationalen Politik eine Rolle spielt, die nicht einfach ignoriert werden kann.

Die Kampagne wurde zu einem grossen Teil auch von den Sektionen des VSS, also den lokalen Studierendenorgansiationen, wie dem VSUZH oder dem VSETH, getragen und hat dazu geführt, dass viele Sektionen näher miteinander zusammengearbeitet haben, als dies bisher der Fall war. Die Zukunft wird zeigen, ob die Initiative auf dieser Ebene einen nachhaltigen Effekt hat. Es besteht jedoch die Hoffnung, dass diese Zusammenarbeit langfristig erhalten bleibt.

Josef Stocker ist Mitglied des VSUZH-Vorstands und war dort während der Kampagnenphase für die Stipendieninitiative zuständig. Er ist sowohl im VSS als auch in diversen Gremien des VSUZH engagiert.

Vierte VSUZH-Tagung – Bildungspolitik, kreatives Schaffen und Tanzaktivität

Werdenberg Im sagenumwobenen Bezirk Werdenberg findet die vierte VSUZH-Tagung statt. Ein bisschen ausserhalb der Zivilisation, im neu renovierten Pfadiheim Schneggebödeli, soll dieses Jahr konstruktive VSUZH Atmosphäre einziehen. Die Tagung dient dem kreativen Schaffen im entspannten Umfeld und der Entwicklung interfraktioneller Synergien.
Melde dich jetzt an und sei dabei an der nächsten VSUZH-Tagung, die neue Energie, neue Freundschaften und eine gute Zusammenarbeit schaffen wird.

582140_427474950624661_1306599260_n-1 Verbindliche Anmeldungen können ab sofort per E-Mail an Silja Jenni eingegeben werden. Es stehen maximal 20 Plätze zur Verfügung – deshalb: „the early bird gets the worm“! Da die Tagung in der Schweiz stattfindet (Zugfahrt Zürich HB – Buchs SG: ca. 1.30h) kannst du dich auch nur für ein paar Tage anmelden.
Die Kosten belaufen sich auf max. CHF 100.– / Person. Die Anreise muss selber finanziert werden.

Eckdaten

Was: VSUZH-Tagung
Wann: 16. – 21. August 2015 (ab Zürich HB: 16.08.15, 09:37 Uhr)
Wo: Pfadiheim Schneggebödeli, 9470 Buchs SG

 

20140225_Home_Pfadiheim

Beitritt zum Stipendienkonkordat löst das Problem nicht

Die Zürcher Studierendenverbände begrüssen den Beitritt und die damit einhergehende Ausweitung des Bezügerkreises auf 5.5% als einen Schritt in die richtige Richtung. Allerdings bleibt die Anzahl der Personen, die im Kanton unterstützt werden immer noch weit unter dem Schweizer Durchschnitt. Deshalb betonen die Zürcher Studierendenverbände, dass einzig die Stipendieninitiative des VSS die Möglichkeit bietet, innert nützlicher Frist zu einem fairen Stipendiensystem zu gelangen. Mit Annahme der Initiative hätten junge Menschen in Zürich eine faire Chance auf ein Stipendium. Die Zürcher Studierendenverbände kritisieren jedoch das normbiographische Modell, welches der Kanton Zürich einführen will.

Genauere Informationen können der gemeinsamen Medienmitteilung der Zürcher Studierendenverbände entnommen werden.

Die Rechtsberatungskommission des VSUZH (ReBeKo)

Steckst du in der Klemme?! Probleme mit der Vermieterin oder den Mitbewohnern? Prüfungseinsicht und -rekurs? Krankenkassenwechsel?

Oft lohnt sich der Gang zu einem Anwalt nicht. Hier hilft dir die neue Rechtsberatung des VSUZH weiter. Immer dienstags und donnerstags von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr sowie mittwochs von 16:00 bis 17:30 Uhr stehen die Türen der Rechtsberatung an der Rämistrasse 62 (bei der Tramhaltestelle «Kantonsschule», Telefon: 044 634 21 92) für Ratsuchende offen.

Alle für das rechtliche Problem wichtigen Dokumente sollten mitgenommen werden.

Das Angebot ist für Mitglieder des VSUZH kostenlos. Nichtmitglieder bezahlen einen symbolischen Beitrag von 5 CHF pro Semester oder erwerben eine Mitgliedschaft vor Ort.

Hier findest du alle Informationen: vsuzh.ch/rechtsberatung

Gruppencoaching: Umgang mit Prüfungsdruck

Ab sofort bietet der VSUZH zusammen mit der Psychologischen Beratungsstelle der Universität und der ETH Zürich (PBS) Kurse und Coachings zu studiumsspezifischen Problemen an. Alle Coachings werden von Fachpersonen geleitet und sind für VSUZH-Mitglieder gratis (Nichtmitglieder zahlen fünf Franken).

Den Anfang macht ein Gruppencoaching zum Umgang mit Prüfungsdruck. Weitere Kursangebote werden folgen.

Die Urnen sind offen!

Nach zwei Jahren ist es nun soweit: Die erste Legislatur des VSUZH-Rates ist abgelaufen und die nächsten Wahlen beginnen.

Der Rat ist das wichtigste strategische Organ des VSUZH und bestimmt alles von den Mitgliederbeiträgen und der Ausgestaltung des Sporttages bis hin zu politischen Positionen und der Besetzung der universitären Leitungsgremien. Dieses Jahr kandidieren 158 Studierende für diese Aufgabe – doch nur 70 davon werden es in den Rat schaffen.

Bis zum kannst du entscheiden, in welche Richtung sich der VSUZH und die Uni in den nächsten zwei Jahren bewegen werden.

Erfahre in der Wahlzeitung alles über die Kandidierenden und ihre Fraktionen und gib dann auf univote.ch deine Stimme ab!

Durch deine Stimme nimmst du automatisch an der «Wahlwette» teil, in der wir zahlreiche tolle Preise verlosen – unter anderem eine Semestergebühr, gesponsert von der Uni!

Folgende Listen stellen sich zur Wahl:

  1. Interessengemeinschaft Oerlikon (Verbindung mit Liste 11)
  2. E-Partei (Verbindung mit Liste 8)
  3. kriPo: Wohnpolitik (Verbindung mit Listen 7 und 9)
  4. Interessengemeinschaft Irchel
  5. SI Recht – Studentische Interessengemeinschaft Recht
  6. UnSEU
  7. kriPo: Feminismus für Alle (Verbindung mit Listen 3 und 9)
  8. fvoec (Verbindung mit Liste 2)
  9. kriPo: Ökonomisierung der Bildung (Verbindung mit Listen 3 und 7)
  10. move
  11. filo – einfach studieren (Verbindung mit Liste 1)
  12. Fachverein Jus

Details zu den Listen findest du hier.

Die Studierenden kämpfen für faire Stipendien

Anlässlich des nationalen Kampagnenaktionstag für die Stipendieninitiative waren die Zürcher Studierendenverbände (VSUZH, VSETH, VSZHAW und SturZ) mit einer Standaktion an der Bahnhofstrasse präsent. Die willkürlichen Unterschiede der kantonalen Stipendiensysteme wurden dabei durch einen Riesenwürfel mit aufgemalten Kantonswappen symbolisiert. Je besser das Stipendiensystem des erwürfelten Kantons, desto mehr Schokolade erhielten würfelnde Passant_innen.

Auch in anderen Schweizer Städten gab es heute Aktionen, die bildhaft die Unfairness und die Notwendigkeit einer Harmonisierung aufzeigen. Nur die Stipendieninitiative geht diese beiden Probleme an und garantiert damit einen fairen Zugang zur Bildung.

Weitere Informationen können der gemeinsamen Medienmitteilung der Zürcher Studierendenverbände entnommen werden.

Falls ihr euch für die Stipendieninitiative engagieren wollt, könnt ihr dieses Formular aufüllen.
IMG_0545_klein

IMG_Stand2

Zürcher Diskussion zum Stipendienkonkordat erfreulich, löst aber grundlegende Probleme nicht

Die Diskussion über einen Beitritt zum Stipendienkonkordat ist grundsätzlich erfreulich. Sie zeigt, dass auch im Kanton Zürich der Notwendigkeit einer Harmonisierung der kantonalen Stipendiensysteme Beachtung geschenkt wird. Allerdings wird das Ziel der schweizweiten Harmonisierung des Stipendienwesens durch das Konkordat nicht erreicht. Der einzige Weg zu einem fairen Stipendienwesen ist die Stipendieninitiative des VSS, über welche am 14. Juni abgestimmt wird.

Weitere Informationen könnt ihr der gemeinsamen Medienmitteilung der Zürcher Studierendenverbände entnehmen.