Senat fordert Drittmitteltransparenz

Der akademische Senat, der sich aus allen Professorinnen und Professoren der UZH sowie einigen Ständevertretungen zusammensetzt, hat einen Antrag des VSUZH zur Offenlegung sämtlicher Drittmittelverträge (wo rechtlich möglich) behandelt.

Die universitäre Forschung und teilweise auch Lehre wird zu grossen Teilen von externen Geldgebern finanziert, wobei die Interessenbindung oft unklar ist (siehe dazu den neusten BiKoBlog).

Wenngleich die Universitätsleitung und einzelne Professoren sich anfänglich gegen den Antrag aussprachen, wurde er vom Senat nach einer kürzeren Debatte nahezu einstimmig angenommen.

Es liegt nun an der Erweiterten Universitätsleitung, die Forderung konkret auszuarbeiten und umzusetzen.

Der VSUZH dankt den Mitgliedern des Senats für diesen mutigen Entscheid im Sinne von Transparenz und Misstrauensabbau.

Weitere Informationen sind der Medienmitteilung zu entnehmen.

Studierendenschaften warnen vor Ecopop

Die Studierendenschaften der Universität Zürich (VSUZH), der ETH Zürich (VSETH), der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (VSZHAW) und der Zürcher Hochschule der Künste (SturZ) möchten nachdrücklich vor einer Annahme der Ecopop-Initiative warnen, über die am 30. November abgestimmt werden wird.

Die von der Ecopop-Initiative geforderte Isolation hätte verheerende Auswirkungen auf die Qualität, Finanzierung und Diversität von Forschung und Lehre – für die UZH und für den gesamten Bildungs- und Innovationsstandpunkt Schweiz.

Weitere Informationen können der Medienmitteilung der vier Zürcher Studierendenschaften entnommen werden.

BiKoBlog: Drittmittel

Man braucht gar keine Beispiele aufzuzählen, um sich der Brisanz des Themas «Drittmittel» bewusst zu werden. Nach grosser Medienpräsenz gegen Ende des letzten Jahres ist es ruhig geworden um das Thema – zu ruhig. Der VSUZH erlaubt sich deshalb, das Thema noch einmal aufzugreifen und die Forderung nach mehr Transparenz zu untermauern. Eine Carte Blanche von Beat Meier.

In vielen Bereichen orientieren sich europäische Hochschulen zunehmend an den amerikanischen Universitäten. Die Finanzierung durch Dritte ist nur einer dieser Bereiche. So ist der Umgang mit Drittmitteln im angelsächsischen Raum ein anderer, die Beteiligung von Privaten an Hochschulen hat dort eine lange Tradition. Im Vergleich dazu sind Drittmittel hierzulande eher eine Randerscheinung.

Das angloamerikanische Modell in Europa unreflektiert zu übernehmen, würde den lokalen Gegebenheiten nicht gerecht. Traditionell werden in der Schweiz die Hochschulen im Fall der Universitäten von den Kantonen oder im Fall der technischen Hochschulen vom Bund finanziert und erhalten einen entsprechenden Leistungsauftrag: «Wissenschaftliche Arbeit in Forschung und Lehre» soll gemäss Universitätsgesetz von der UZH geleistet werden. Für die Erfüllung dieses Auftrags wird die Universität entsprechend vergütet. Haben Dritte eine Möglichkeit, auf diesen Einfluss zu nehmen, indem man sich an der Vergütung beteiligt?

Das Universitätsgesetz verneint dies, indem es die Freiheit der Forschung und Lehre gewährleistet. Dennoch ist dies eine der grössten Befürchtungen. Zwar wird öffentlich von Seiten der Universität stets beteuert, dass weder Forschung noch Lehre von Drittmitteln beeinflusst seien. Diese Beteuerungen werden aber selten mit handfesten Beweisen untermauert.

Zielkonflikt

Weil die öffentliche Hand um ausgeglichene Budgets bemüht ist, wird vielerorts versucht, zu sparen. Der Anteil der Drittmittel an den Budgets der Schweizer Hochschulen wird deshalb aller Voraussicht nach steigen. Wenn eine Hochschule sich weiter entwickeln und schneller wachsen will, ist die Akquisition von Drittmitteln ein möglicher und gerne gewählter Weg, um dies zu finanzieren: Damit kann ungeachtet von öffentlichen Mitteln, deren Vergabe von politischen Faktoren abhängt und deren Verteilung innerhalb der Universität umkämpft ist, expandiert werden.

Gegen die Beteiligung externer Geldgeber an der Finanzierung der UZH ist generell auch nichts einzuwenden. Im Gegenteil: Drittmittel können helfen, das Angebot an Lehrveranstaltungen zu erhöhen und Betreuungsverhältnisse zu verbessern. Dies trifft insbesondere unter der Annahme zu, dass Geldgeber die Mittel ohne Hintergedanken zur Verfügung stellen. Trotzdem oder gerade deshalb ist im Umgang mit dem Thema Vorsicht geboten. Entsprechende Strukturen und Regeln müssen erst noch etabliert werden. Spricht man von Donatoren? Von Geldgebern? Von Sponsoren? – Auch hier herrscht bislang Unklarheit. Insbesondere mangelt es aber an Transparenz: Erst auf dem Rechtsweg konnten interessierte und kritisch eingestellte Personenkreise Einsicht in gewisse Abkommen erhalten.

Der VSUZH befasst sich mit mehr Transparenz bei Drittmitteln

Der VSUZH setzt sich für mehr Transparenz bei Drittmitteln ein. Eine entsprechende Position wurde bereits im Sommer 2011 im Studierendenrat – also weit vor den öffentlichen Diskussionen – verabschiedet. Trotzdem sind Auseinandersetzungen mit dem Thema an der UZH selten: Nachdem in den Medien über Benennungen von Hörsälen berichtet wurde, entgegnete der damalige Rektor ad interim, dass man solche Themen klären und regeln müsse. Der VSUZH setzt sich deshalb an verschiedenen Orten dafür ein, dass der Umgang mit Drittmitteln im Allgemeinen transparenter wird und dass somit öffentliche Diskussionen in Zukunft verhindert werden können.

Schadet mehr Offenlegung?

Nicht nur finanziell, sondern auch in Bezug auf die Offenlegung könne die Universität Zürich von ihren Donatoren mit Sicherheit profitieren: In der Unternehmensberichterstattung ist es bereits heute Usus, die interessierte Öffentlichkeit mit möglichst vielen Informationen zu versorgen. Die Forschung zeigt dabei auch, dass sich unter anderem strengere Vorschriften zur Veröffentlichung, die mehr Offenlegung fordern, oder das freiwillige Veröffentlichen von Informationen, sich positiv auf die Unternehmen auswirken. Darüber hinaus ist es zentral, dass ein Unternehmen sich explizit dazu bekennt, welche Informationen in welcher Form veröffentlicht werden, anstatt nach und nach bruchstückhaft Fakten auf öffentlichen Druck hin preiszugeben: Letzteres setzt nämlich die Anreize so, dass vorwiegend Positives freiwillig kommuniziert wird, Negatives aber verschwiegen wird.

Omertà?

Befürchtungen der Kritiker von erhöhter Transparenz dürften sein, dass neue Drittmittelgeber durch mehr Transparenz und grosszügigere Offenlegung eher abgeschreckt werden. Ob die UZH Interesse an Geldgebern haben soll, die Eckdaten zu Verträgen nicht veröffentlichen möchten, sei dahingestellt.

Die Forderung nach mehr Transparenz liesse sich im Übrigen auch auf weitere Bereiche ausdehnen: Das Offenlegen von Interessensbindungen, die Mandate in der Privatwirtschaft, politische Ämter und Parteimitgliedschaften mit sich bringen, wird mittlerweile von anderen Schweizer Universitäten umgesetzt. Ob entsprechende Vorschriften verhindern können, dass Vorwürfe in Bezug auf Berufungen und insbesondere Übervorteilungen darin erst entstehen können, ist hingegen unklar.

Beat Meier ist Vertreter der Studierenden in der erweiterten Universitätsleitung (EUL) der UZH und ehemaliger Präsident des Fachvereins Oekonomie.

Mobilität in Gefahr: Kundgebung am 1. November in Bern

Auch wenn die Umfragen bisher ein Nein prophezeien: Die Ecopop-Initiative ist eine ernstzunehmende Gefahr für Studienaustausch, für die internationale Zusammenarbeit in der Forschung und für die Anwerbung von inländisch nicht vorhandenen Kompetenzen aus dem Ausland.

Der VSUZH möchte daher zur Teilnahme an der Kundgebung gegen Ecopop auf dem Bundesplatz in Bern aufrufen. So kann auf das Dossier hingewiesen werden, damit die Abstimmung nicht am Ende durch tiefe Stimmbeteiligung entschieden wird.

Bist du der nächste VSS-Vorstand?

Der VSUZH hat einen nationalen Dachverband, den Verband Schweizer Studierendenschaften (VSS). Dieser vertritt die Studierenden der gesamten Schweiz politisch und vernetzt die Studierendenschaften untereinander. Sein aktuell grösstes Projekt ist die eidgenössische Stipendieninitiative.

Per Anfang Jahr werden im VSS einige Stellen frei, namentlich in der Geschäftsleitung (50%) und im Vorstand (20-30%). Es handelt sich um spannende, intensive Jobs, die einen einzigartigen Blick in die Schweizer Bildungspolitik gewähren.

Interessiert? Schau dir die Stellenausschreibungen unter den obigen Links an und melde dich bei Interesse direkt beim VSS!

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Wahlausschreibung 2015

Die Amtszeit des VSUZH-Rates endet im kommenden Mai, und langsam beginnen die Vorbereitungen für die Wahl zur Legislatur 2015–17. Erneut können sämtliche UZH-Studierenden für einen der 70 Sitze im VSUZH-Rat kandidieren, wenn sie sich als VSUZH-Mitglied eingetragen haben.

Ab sofort ist die Kandidatur offen. Grund zur Eile besteht allerdings nicht, denn sie dauert noch bis zum 16. März 2015 – genug Zeit, um sich die Kandidatur gründlich zu überlegen, eine passende Fraktion zu finden und Unklarheiten in unserer FAQ nachzulesen (oder im Wahlreglement, für die besonders Gründlichen).

Der Terminplan ist wie folgt:

03.10.2014–16.03.2015 Kandidaturphase
03.04.2015–24.04.2015 Wahl
29.04.2015 Auszählung
04.05.2015 Verkündung
20.05.2015 Konstitution

Podiumsdiskussion Ecopop-Initiative

Zuwanderungsbeschränkung und Familienplanung: Mit diesen Methoden versucht die Ecopop-Initiative das Schweizer Bevölkerungswachstum zu regulieren und löst damit bei verschiedenen Seiten Kontroversen aus.

Der studentische Think Tank reatch führt zu diesem nicht zuletzt hochschulrelevanten Thema ein Podium durch. Am werden im KOL F-101 Expert_innen verschiedener wissenschaftlicher und politischer Ausrichtung die Thematik des Bevölkerungswachstums und insbesondere die Chancen und Risiken der Ecopop-Initiative besprechen.

Wir freuen uns auf einen interessanten Austausch und empfehlen interessierten Studierenden, vorbeizuschauen.

Semesterstart-Wettbewerb mit Projekt Neptun

Gemeinsam mit dem Projekt Neptun organisiert der VSUZH sein Gewinnspiel zum Semesterstart. Das Fenster von Projekt Neptun ist noch bis zum 29.09.2014 geöffnet. Schau doch vorbei!

Beantworte bis am 29.09.2014 die folgenden zwei einfachen Fragen und gewinne eines von 3 attraktiven mobile devices! (HP Slate 7, Nokia Lumia 930, iPhone 5S)

Der Wettbewerb ist leider vorüber!


Die Preise:
HP Slate 7, Nokia Lumia 930, iPhone 5S:
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Über Projekt Neptun:
Das Projekt ist ein an der ETH Zürich entstandenes “Mobile Computing”-Programm für Hochschulangehörige, welches zweimal jährlich Modellempfehlungen für herstellerunabhängig evaluierte, hochwertige und leistungsfähigeLaptops, Tablets und Zubehör abgibt und zu attraktiven Konditionen anbietet. Zudem bieten Neptun umfangreiche Supportdienstleistungen an, um bei Problemen schnell und unkompliziert Hilfe leisten zu können.

Zwecks Verhinderung von Missbräuchen ist eine Teilnahme auf elektronischem Wege nur über die eindeutige uzh.ch-Adresse möglich.

Pro Person ist nur eine Teilnahme möglich. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird persönlich benachrichtigt. Eine Barauszahlung sowie der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

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Medienmitteilung: Der VSUZH spricht sich gegen duale Universitäten nach deutschem Vorbild aus

Der Vorschlag des früheren Zürcher Bildungsdirektors Ernst Buschor zur Einführung des Systems einer dualen Universitätsbildung führt aus der Sicht des VSUZH am Sinn und Zweck einer Universität vorbei.
Zudem wäre eine solche Reform des Hochschulsystems potenziell schädlich.
Der Verband der Studierenden der Universität Zürich (VSUZH) ist der Meinung, dass ein Modell, in dem 50 Prozent des Studiums durch Arbeit in einem Unternehmen ersetzt würde, zwangsläufig negative Auswirkungen auf das Niveau der akademischen Bildung an Schweizer Universitäten hätte. Gerade vor dem Hintergrund eines akuten Akademikermangels in vielen Bereichen wäre dies eine äusserst negative Entwicklung. Die akademische Entfaltung der Studierenden wäre zudem stark beeinträchtigt. Die ausgezeichnete universitäre Bildung zählt zu den zentralen Faktoren, welche die Schweiz zu einer der konkurrenzfähigsten Volkswirtschaften der Welt
macht. Dies würde mit dem Modell einer dualen Universität gefährdet.
Bereits heute existieren mit Berufslehre und Fachhochschulen ausgezeichnete Bildungswege an der Schnittstelle zur Praxis. Diese beiden Möglichkeiten der Erlangung einer praxisorientierten Bildung sind nach der
Meinung des VSUZH dem Vorschlag Herrn Buschors vorzuziehen.
Hier geht es zur Medienmitteilung.